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Antiker Schmuck nach Epochen

Als Biedermeier (resp. Biedermacherzeit) bezeichnet man die nicht nur für das Schmuckdesign bedeutende, um ca. 1815 beginnende Zeitspanne, die ca. 1850 beendet wurde. Der Begriff „Biedermeier" basiert auf einer fiktiven Figur, dem etwas spießbürgerlichen, mit einfachen Gemüt charakterisierten Gottlieb Biedermaier.

Prägend für die Epoche waren unter anderem der verstärkte Rückzug ins Private, man suchte sein Glück im Kreis der Familie. Eine behagliche Wohnkultur, Gemütlichkeit, Geborgenheit, Liebe & Treue und auch Naturbezogenheit standen im Fokus und wirkte sich auf die Schmuckkreationen aus.

Schmuckgegenstände wurden eher als ideelle, sentimentale Kostbarkeit geschätzt, auch lebte man nach einem „weniger ist mehr“ – wobei natürlich auch wirtschaftliche Aspekte dabei eine Rolle spielten: Eine mit wenigen Perlen, Gold oder Silber besetzte Brosche im floralen Design, ein schlichtes, mit kleinen Rubinen versehenes Diadem oder eine Brosche oder Anhänger, bei denen beispielsweise Haarlocken oder Bildnisse mit Hinzunahme von Harz, Korallen, Gips, Schaumgold oder Tombak zu Erinnerungsschmuck verarbeitet wurden.

Die um 1850 beginnende, und somit zeitlich zwischen Biedermeier und Jugendstil einzuordnende Epoche des Historismus, ist durch einen Rückgriff auf historische Stilmuster des Klassizismus gekennzeichnet. Auf Grund des Nebeneinanders verschiedener Stilarten, was man auch als Stilpluralismus bezeichnet, fehlt Antikschmuck aus dem Zeitalter des Historismus spezifische, also eindeutig zuzuordnende Merkmale. So steht der Historismus für die Verknüpfung antiker Formen und Stile, oftmals angelehnt an griechische, römische und etruskische Motive, aus der Renaissance, dem Barock oder dem Rokoko. Könnte man einen Juwelier aus der damaligen Zeit nach seinen Beweggründen fragen, warum keine wirklich neuen Aspekte im Schmuckdesign aufgegriffen wurden, so würde dieser vielleicht antworten: „Uns fehlte uns die Orientierung, deshalb griffen wir auf Altbewährtes zurück.“

Der Historismus stellt somit in gewisser Art und Weise den Übergang des Klassizismus zum Zeitalter der Moderne dar, im der man neugierig, experimentierfreudig und somit nach vorn gerichtet agierte, dass sich im Schmuckdesign entsprechend widerspiegelt. Hier entstehen dann ab ca. 1890 mit dem Jugendstil eine neuartige Designsprache.

Das Viktorianische Zeitalter umfasst die namensgebende, ungewöhnlich lange Regierungsperiode von Queen Victoria. Während sich in Europa verschiedenste Stilrichtungen wie insbesondere Historismus und Jugendstil entwickelten, bezeichnet man heute im Kunsthandwerk mit dem Sammelbegriff „Victorian Style“ alles, was mit Ausnahme der so genannten "Arts and Crafts Bewegung" im Zeitraum 1837 bis 1901 in England, Schottland und Irland entstand.

Das viktorianische Zeitalter lässt sich dabei in drei Stilepochen unterteilen:

  • Early Victorian (1837 bis 1860), welche man auch als romantische Periode bezeichnet
  • Mid-Victorian (1860 bis 1885) auch Grand Period genannt
  • Late Victorian (1885 bis 1901), als gern als ästhetische Periode bezeichnet

Design, Form und Materialien der in den verschiedenen Phasen entstandenen Schmuckstücke sind eng mit den persönlichen Lebensumständen von Queen Victoria verknüpft. Wie ihr geliebter Gemahl Albert war sie eine große Liebhaberin von Kunst und Kultur, Schmuck spielte dabei natürlich eine zentrale Rolle. Die romantische und optimistische Grundstimmung lässt sich auch aus den jeweiligen Schmuckstücken ablesen. Mit Gravuren geschmückte Armbänder, Medaillons mit liebevollen Inschriften oder Portraits, Broschen aus Silber mit Halbedelsteinen wie Quarz oder Karneol sowie herrlich glänzende Colliers aus Gelbgold, besetzt mit Farbedelsteinen. Motive aus der Renaissance, dem Mittelalter und der Natur werden dabei gern adaptiert.

Der Tod von Prinz Albert im Jahr 1861 traf Queen Victoria zutiefst, für etwa 20 Jahre zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Auch trägt sie zeitlebens nur noch Schwarz – Trauerschmuck war folglich weit verbreitet. Allgemein wirkt der Schmuck aus dieser mittleren Epoche „schwer“, oftmals besetzt mit dunklen Steinen aus Onyx, Amethyst, Granat oder Jett, einem ausgesprochen beliebten, aus bituminöser Braunkohle (Pechkohle) gewonnenen Material, welches bei der Londoner Weltausstattung 1851 Premiere feierte.

Gleichzeitig ist aber das mittlere viktorianische Zeitalter durch den wachsenden Reichtum der Bevölkerung sowie den fortschreitenden Abbau von Edelsteinen in den Kolonien wie u.a. Indien und insbesondere Südafrika. Imposante Schmuckstücke entstanden, auch wirkten sich die enormen Diamantenfunde auf Angebot und Nachfrage aus: Diamanten wurden günstiger, größere Bevölkerungsschichten konnten sich entsprechende Schmuckkreationen leisten.

In der letzten Phase des viktorianischen Zeitalters setzte sich mehr Einfachheit bei Form und Material durch, der französischen „Art nouveau“ und des deutschen Jugendstils sind unübersehbar. Auch wurde weniger Schmuck getragen. Schlicht sollte es sein - Opale, Mondsteine und natürliche Perlen waren weit verbreitet. Beliebte Motive, bspw. bei mit kleinen Diamanten besetzten Broschen, waren Sterne, Vögel, Insekten oder Eidechsen.

Als Jugendstil (auch: Art Nouveau oder Modern Style) wird die durch Neoimpressionismus, japanische Farbholzschnitte sowie Anleihen aus Natur und Geometrie geprägte Stilrichtung bezeichnet, die um 1890 beginnt und in den 20er des vorherigen Jahrhunderts durch den Siegeszug des Art Déco abgelöst wird. Parallel hierzu entstand in England die Arts & Crafts Bewegung, die im anglo-amerikanischen Raum beliebt war, auf dem Kontinent aber wenig Beachtung fand. Heute werden beide Stilrichtungen von Sammlern in aller Welt gesucht. Im Fokus des Designs standen aus pflanzlichen und figürlichen Vorbildern inspirierte Formelemente. Die dynamisch geschwungene, rankenartige Linie gilt somit als grundlegendes Element des Jugendstils.

Dem im Zusammenhang mit der 1925 in Paris stattgefundenen Ausstellung «Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes» entstandenen Art Déco, abgeleitet aus dem Französischen art décoratif (dt.: dekorative Kunst), fehlt im Gegensatz zum Jugendstil ein eindeutiges stilistisches Merkmal. Vielmehr stehen Aspekte wie Eleganz, klare und geradlinige Formen, kostbare Materialien (bspw. Gold, Bronze, Silber oder Elfenbein) sowie Kontrast und Intensität der Farben im Vordergrund.

Im Prinzip ist das Art déco auch eigentlich kein Stil, sondern steht für die Lebenseinstellung des Bürgertums der 1920er Jahre, welche durch einen weit verbreiteten Drang nach Prunk, mondänem Wohnstil und fast schon exzessiver Unterhaltung geprägt gewesen ist.

Seine Einflüsse und Anregungen auf Form und Design bezog das Art déco aus vielen Richtungen. So finden sich die klaren, geometrischen Formen der klassischen Moderne, zu dessen bekanntesten Vertretern das Bauhaus und das niederländische De Stijl gehören, genauso wieder wie bspw. Einflüsse aus der afrikanischen, altägyptischen oder chinesischen Kunst.

Antiker Schmuck aus der Epoche des Art déco besticht durch Exotik, eine verwegenes Form- und Designsprache, Edelsteine in Weißgold oder Platin und oftmals leuchtende Farben. Oder, anders ausgedrückt: Antikschmuck mit mehr als einem Hauch von Extravaganz und Luxus.

Der Begriff Klassische Moderne umschreibt die Vielfalt der verschiedenen, oftmals heterogenen Stilrichtungen ab ca. 1930. In den Kriegsjahren oder während der Großen Depression in den 30er Jahren waren kostbare Materialien wie bspw. Gold und Platin ein knappes Gut, das sich auch auf die Schmuckgestaltung auswirkte. Mehrzweckschmuck erfreute sich großer Beliebtheit, auch wurden aus Mangel an Diamanten und Brillanten von Juwelieren verstärkt Halbedelsteine verarbeitet.

Den Glamour-Stil der amerikanischen Society der 40er Jahre, der uns auch in vielen Hollywood-Klassiker begegnet, könnte man wie folgt umschreiben: Aus verhältnismäßig wenig Material entstehen tendenziell massige, aber doch glamouröse Schmuckstücke. So sind Anhänger, Ketten, Broschen oder Ringe eher großformatig, heute würden wir vielleicht den Begriff „protzig“ verwenden.

Ab den 1950/60er Jahren wurde teilweise auch wieder die die Formensprache des Art Déco der 1920er Jahre aufgenommen, und mit der damals aktuellen Formensprache der Architektur vermischt. Es entstanden Schmuckstücke im sogenannten Brutalismus, später dann in der modernen Op-Art.

Von der Natur inspirierte Formen, bspw. Blumenblüten, Muschelschalen oder Farne und Farbigkeit spiegeln sich ebenso in der Juwelierkunst der Klassischen Moderne bis heute wieder.