Der silberne Zeuge vergangener Zeiten
Mit feinem Glanz und kunstvoller Eleganz ruht der antike Silberteller – ein Meisterwerk aus einer Zeit, in der Handwerkskunst noch höchste Ehre genoss. Sein schweres, reines Silber von 15 Lot (937,5 Silber), gefertigt zwischen 1827 und 1854 in Wien, erzählt eine Geschichte von Tradition und Adel.
Der geschweifte, profilierte Rand umrahmt eine Fläche, die mehr als nur metallene Schönheit birgt. Ein unbekanntes Wappen schmückt die Fahne, begleitet von einem kunstvollen Monogramm – stumme Zeichen vergangener Zugehörigkeit. Wer mochte ihn einst besessen haben? Ein hochgestellter Wiener Aristokrat, dessen Name nun in den Archiven des Adels schlummert? Oder vielleicht eine wohlhabende Familie, die ihn stolz in ihrer Sammlung verwahrte?
Sein Schöpfer, der Meister „Schiffer“, verewigte seine Arbeit mit einer Punze, während die Wiener Amtspunze – die Radlpunze – die Echtheit des 15-lötigen Silbers aus 1850 bestätigt. Auf der Rückseite zeigen sich feine Hammerschlagspuren, die nicht nur handwerkliches Können bezeugen, sondern auch von der langen Reise des Tellers durch die Jahrhunderte erzählen.
Er hat Feste erlebt, feine Speisen getragen, das Kerzenlicht prunkvoll reflektiert. Er war stummer Begleiter eleganter Tafeln, Zeuge von Gesprächen, die von Macht, Kunst oder vielleicht heimlichen Romanzen handelten. Heute, viele Jahrzehnte später, ist er mehr als nur ein kunstvoll gefertigtes Objekt – er ist ein Stück Geschichte, eine greifbare Erinnerung an eine Epoche voller Glanz und Eleganz.